Die drei Bedeutungen von Myo
Auszug aus einem Beitrag der FORUM-Redaktion veröffentlicht in der Ausgabe März/April 2026 (271) „Alles beginnt mit dem Gebet“.
Worauf richtet sich unser Gebet im Buddhismus? Im westlichen Kontext wird „beten“ gerne als „bitten“ einer höheren Macht um Hilfe verstanden. Im Buddhismus Nichiren Daishonins geht es beim Gebet aber um „Empowerment“, um Selbstbefähigung. Unser Gebet besteht aus der Rezitation von Nam-Myoho-Renge-Kyo. Wenn wir Nam-Myoho-Renge-Kyo beten, verschmilzt die Kraft unseres eigenen Lebens mit der ewigen, allumfassenden Kraft des Universums, die unser begrenztes, endliches Selbst überschreitet. So können wir die Kraft des „großen Selbst“ manifestieren, die in unserem Innern existiert. Wenn wir beten oder rezitieren, verbinden wir uns mit dem mystischen Lebensgesetz von Myoho, das im Lotos- Sutra dargelegt wird. Dieses Lebensgesetz durchdringt Leben und Tod, Selbst und Umgebung und ist die Kraft, die alles Leben und alle Phänomene entstehen lässt. „Nam“ heißt Widmung, wir fokussieren uns also und lassen uns ein auf dieses Myoho unseres eigenen Lebens. Nam-Myoho-Renge-Kyo zu chanten bedeutet, an das Mystische Gesetz und die unbegrenzten Möglichkeiten des Lebens zu glauben, und enthält die Entschlossenheit, dieses Potenzial zu entfalten. Diese unbegrenzten Möglichkeiten des Lebens kommen im Schriftzeichen „Myo“ zum Ausdruck. Dieses Schriftzeichen hat unzählige Bedeutungen, die zu erläutern hier den Rahmen sprengen würde. Nichiren weist jedoch insbesondere auf drei Bedeutungen hin, die auch verdeutlichen, welche Kraft das buddhistische Gebet entfalten kann. Diese drei Bedeutungen von Myo sind „öffnen“, „vollständig ausgestattet sein“ und „wiederbeleben“.
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