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Die Leiden von Geburt und Tod sind Nirvana

Ein Beitrag der FORUM-Redaktion veröffentlicht in der Ausgabe November/Dezember 2025 (269) „Tod“.

Was ist der richtige Lebensweg? Das ist die zentrale Frage, die sich alle Menschen immer wieder stellen. Wir möchten so lange wie möglich leben, frei von Sorgen und Schmerzen und von Tod. Aber es ist inmitten eines Alltagslebens gar nicht möglich, alle Ängste und Schwierigkeiten, Krankheiten und Tod vollständig zu vermeiden oder ganz auszulöschen. Wie soll man also leben, um glücklich zu sein?

Im Buddhismus ist „Nirvana“ ein zentraler Begriff. Alle Menschen kennen ihn. Aber er wird oft gleichbedeutend verstanden mit einem Paradies in einer anderen Welt. Denn wörtlich bedeutet er „Ausgelöscht-Sein“ und wurde in der frühen buddhistischen Lehre als ein Wunsch-Zustand verstanden, in dem alle Schwierigkeiten und Leiden dadurch verschwinden, dass man aus dem Kreislauf von Geburt und Tod austritt, also einfach nicht mehr wiedergeboren wird.

Diese Sichtweise kritisierte der spätere Mahayana-Buddhismus als realitätsfern und ohne Mitgefühl für die Erlösung derjenigen, die in der Welt zurückbleiben müssen. Nirvana bedeutet nun nicht mehr, dass man Geburt und Tod auslöscht, sondern das damit verbundene Leiden. Man erwacht zur wahren Bedeutung von Geburt und Tod und kann sie deshalb mit Freude erleben.

Das lehrt das buddhistische Prinzip von „Die Leiden von Geburt und Tod sind Nirvana“. Es bedeutet, dass der paradiesische Nirvana-Zustand nicht außerhalb von dieser Welt zu finden ist, sondern nirgendwo anders als in uns und genau da, wo wir leben.

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